Chaotischer Saisonstart in Leonding

Nach knappen 6-Monaten Winterpause war die Vorfreude endlich wieder Wettkampfluft zu schnuppern riesengroß, trotz Hintergedanken, dass solange Zeit ohne Rennbelastung, wohl ein Schock fürs ganze System und es hart werden würde.

Das Ziel für den Saisonstart in Leonding war für mich von Anfang an klar definiert: Möglichst lange die Spitze halten und vielleicht mit etwas Glück und guten Beinen eine schnelle Gruppe am Berg erwischen.

Vor allem war ich aber neugierig, ob die Zielsetzung des Wintertrainings mit dem Schwerpunkt auf der Verbesserung der kurzen Leistungen im Bereich von 1 bis 5 Minuten schon Wirkung zeigen würde.

Als erster richtiger Maßstab in der Saison herrschte von Beginn an eine nervöse und hektische Grundstimmung im Feld. Dies gipfelte dann nach 10km in einem heftigen Massensturz, den ich zum Glück nur in meinem Rücken wahrnahm. Das Geräusch von berstendem Carbon ist trotzdem jedes Mal gruselig.

Anschließend ging es dann mit Volldampf in die erste Passage des entscheidenden Anstiegs der Runde. Leider wurde ich vorher etwas „eingebaut“, fuhr nur an ca. 30.-40. Stelle unten rein und musste einige Positionen gutmachen. Mit einer Auffahrtszeit von 5:00min und einer Leistung von NP334W war dies auch gleichzeitig meine schnellste Auffahrt des ganzen Rennens.

Die zweite Auffahrt verlief nur unwesentlich langsamer. (5:03min und NP329W)

Kurz vor der dritten Einfahrt wurde es dann chaotisch: Das 10-min später gestartete Amateurfeld fuhr auf das Elitefeld auf und wir mussten uns durch den kompletten Autokonvoi des Feldes vorarbeiten, was zwangsweise in abenteuerliche Überholmanöver mündete. Genau zur Einfahrt in den Anstieg waren wir am Feld dran und beide Felder mischten sich.

Wahrscheinlich etwas zu vorsichtig konnte ich nur langsam Positionen gutmachen. Die Auffahrtszeit von 5:04min bei einer NP von 262W zeigen deutlich, dass bei etwas mehr Risiko und taktisch intelligenterem Verhalten  noch einige Positionen mehr drin gewesen wären. Über die Kuppe fädelte sich dann das komplette Feld auf und es entstanden überall Lücken.

Der zweite etwas flachere Anstieg direkt nach Start/Ziel sollte nun entscheidend werden. Unten rein war eine Lücke von etwa 200m zum Ende des Feldes entstanden. Mit einer Leistung von NP291W über 2:57min, musste ich dem vorherigen Aufstieg leider Tribut zollen und konnte den Abstand nicht merklich verkleinern. Auf der Kuppe war das Feld immer noch in Sichtweite und gemeinsam mit einigen Elite und Junioren/Amateurfahrern versuchten wir, diese verzweifelt zu schließen. Leider beschloss das Feld wohl genau in dem Moment „draufzusteigen“ und so mussten wir zuschauen, wie die Lücke trotz 55 km/h am Garmin sukzessiv größer wurde.

Es bildete sich eine Verfolgergruppe in der vor allem zwei “Denzel Cliff Fahrer” noch für Tempo sorgten. Im letzten Anstieg (5:27min NP 306W) gelang es mir dann diese Gruppe zu halten, doch im kurvenreichen Finale konnte ich keine Plätze mehr gut machen und so kam ich am Ende dieser Gruppe mit 1:51 Rückstand auf den Sieger ins Ziel (Rang 17. Amateure).

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Gerade meine Schwächen im Bereich der „kurzen“ explosiven Leistungen konnte ich durchs Wintertraining etwas verbessern und so die Lücke zur Spitze wieder etwas kleiner werden lassen.Die Motivation ist ungebrochen um weiter an den Schwächen zu arbeiten.

Jetzt heißt’s erholen und nächste Woche beim Kirschblütenrennen in Wels wieder Gas geben!

Ergebnislisten: https://www.computerauswertung.at/veranstaltung.php?V_ID=170326

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